Dienstag, 19. Juli 2016

39: 10 dumme Dinge, die Theisten sagen (Übersetzung)

Hallo und danke für Ihren Besuch auf meinem Blog! =)

Religionskritik ist nicht meine Hauptbeschäftigung. Ich habe mich ausbildungstechnisch einer Disziplin der angewandten Linguistik verschrieben, und zwar dem Übersetzen. Meine Fertigkeiten nutze ich als Scrutator besonders auf meiner Facebookseite für die Memes und Videos sehr oft, da nun einmal die meisten und besten Inputs, die es verdienen, verbreitet zu werden, aus der christlichen Hochburg namens USA auf der anderen Seite des grossen Teichs kommen. Auf der Seite atheistrepublic.com hat Lee Myer einen Artikel geschrieben, der mir gut gefallen hat, und deshalb möchte ich ihn meinen LeserInnen in ihrer Muttersprache zugänglich machen. Bitte sehr!

-Ihr Scrutator


Zehn dumme Dinge, die Theisten sagen 

1) Zitate aus ihrer heiligen Schrift
Manche Theisten zitieren Ungläubigen gegenüber die Schrift, als würden sie auf der Kanzel stehen. Diese Theisten kennen entweder ihr Publikum nicht, oder ihnen ist die Vergeblichkeit ihres Handelns egal. Spielt es für Christen eine Rolle, was in Sure 67, Vers 10 des Korans steht? Würden Juden ihren Glauben ablegen und Krishna annehmen, wenn sie die Bhagavad Gita lesen würden? Die einzigen Menschen, die sich darum scheren, was eine bestimmte heilige Schrift sagt, sind diejenigen, die bereits glauben, dass sie heilig ist. 



2) Du kommst in die Hölle
Sehr nett. Erinnere mich daran, Marshmallows und Hot Dogs mitzunehmen. Wenn ich jemandem damit drohe, er kriege nur Holzkohle zu Weihnachten, wäre diese Person dann eher geneigt, an den Weihnachtsmann zu glauben? Jemanden mit etwas zu drohen, woran er nicht glaubt, wird ihn nicht dazu bringen, es zu glauben. 

3) Du kannst nicht beweisen, dass Gott nicht existiert
Nun, hier kommt es ganz darauf an, die Existenz welches Gottes behauptet wird. Wenn ein Theist einen Gott vorbringt, der vor etwa 1'500 Jahren den Mond in zwei Hälften zerteilte, dann wird seine Behauptung dadurch falsifiziert, dass es keine Beweise dafür gibt, dass der Mond je zerteilt wurde, und dass nirgendwo sonst ausser im Koran darüber berichtet wird. Wenn jemand einen Gott vorbringt, der vor etwa 6'000 Jahren zwei Menschen erschuf, von denen alle Menschen abstammen, so wissen wir, dass das genetisch unmöglich ist. Im Allgemeinen handelt es sich hierbei aber lediglich um ein Verschieben der Beweislast. Atheisten müssen genauso wenig beweisen, dass es keinen Gott gibt, wie du beweisen musst, dass ich keinen unsichtbaren Drachen in meiner Garage habe.

4) Alles ist subjektiv, also spielt nichts, was du sagst, eine Rolle
Das kommt normalerweise in Diskussionen zu Moral vor. Nur weil jemand sagt, Moral sei subjektiv, heisst das nicht, dass es sich auch mit allem anderen so verhält. Manchmal taucht es auf, wenn jemand einräumt, dass die Perspektive eine Rolle spielt, wenn es darum geht, Beobachtungen zu interpretieren. Aber auch das bedeutet nicht, dass alles subjektiv ist. Mit Strohmännern um sich zu schlagen, hilft bei der Argumentation nicht. Es sieht nur wie ein Wutanfall aus. 

5) Ich bin nicht religiös, ich habe eine persönliche Beziehung zu Gott
J.Z. Knight ist nicht verrückt. Sie hat nur eine persönliche Beziehung zu Ramtha, dem Geist eines lemurischen Kriegers, der vor über 35'000 Jahren gegen Atlantis kämpfte. Klingt bescheuert, oder? Der Glaube an Gott ist aus der Sicht der meisten Atheisten religiös. Ob ein Theist einer religiösen Organisation angehört, ist nebensächlich.

6) Wer schuf das Universum, die Erde und die ersten Menschen? 
Das ist ein Fehlschluss bei einer komplexen Frage, bei dem vorausgesetzt wird, die Erde, das Universum und die Menschen seien alle "geschaffen" worden, und zwar von einem "wer". Selbstverständlich teilen Atheisten diese Annahmen nicht, so wie Erwachsene nicht die Annahme von Kindern teilen, dass Menschen im Fernseher eingesperrt seien. Der Begriff "geschaffen" wird gemeinhin verwendet, um den Vorgang zu bezeichnen, bei dem existentes Material verwendet wurde, um etwas Neues zu konstruieren. Das meinen Theisten aber nicht. 

Diese Fragen zeigen Unwissenheit bezüglich Geologie, Kosmologie und Biologie. Atheisten sollten Theisten nicht beibringen müssen, was durch Google oder günstige Kurse problemlos zur Verfügung steht.

7) Warum gibt es immer noch Affen?
Die Wege der Evolution sind unergründlich. Oder vielleicht hat Evolution nichts damit zu tun, dass der Mensch vom Affen abstammt. Ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass Affen in meinem Genetikkurs nicht erwähnt wurden. 

Bei Evolution geht es um Populationsgenetik, eine Gruppe, die sich mit der Zeit sehr langsam durch zufällige Mutation verändert, Gendrift, das Überleben, sexuelle Selektion und andere Faktoren. Bei menschlicher Evolution geht es nicht darum, dass sich Affen in Menschen verwandeln. Es geht nicht um eine Gruppe von Affen, die sich in Menschen verwandeln. Es geht darum, dass Menschenaffen, darunter die Menschen, die Affen und die Gorillas, sich über Millionen von Jahren aus den selben Wesen entwickelten. Das Wort "Affe" wird vielleicht von Laien generell nicht zur Bezeichnung von Menschen verwendet, aber die Wissenschaft ordnet alle Menschenaffen - Menschen, Orang Utans, Gorillas, Schimpansen und Bonobos - in die Familie der Hominide ein. 

Theisten, die die Evolution nicht verstanden haben, sollten ihre Ignoranz nicht derart zur Schau stellen. Die Evolution anzugreifen, macht den Glauben an einen Gott sowieso nicht plausibler. Wir könnten die Evolution komplett verwerfen und es gäbe noch immer keine Beweise, die den Glauben an eine Gottheit rechtfertigen.

8) Ich werde für dich beten
Sie könnten genauso gut sagen "Du kannst mich mal." Etwa so kommt es bei den meisten Atheisten an. Atheisten glauben natürlich nicht, dass Beten etwas anderes bewirkt als das gleiche Nachdenken und die Selbstreflexion, die sowieso jeder betreibt. Es wäre bedeutungslos, es zu einem Atheisten zu sagen, wenn es nicht so wäre, dass die Theisten es schon so oft zu Atheisten gesagt haben, dass sie seine Wirkungslosigkeit bewiesen haben.

9) Man sieht Gott in allem
Auch in Herpes? Wie steht's mit der fleischzerfressenden Krankheit, der nekrotisierenden Fasziitis? Ich nehme an, wenn man die wie einen Rohrschach-Test betrachtet, könnte man vielleicht Gott sehen. Die Europäer dachten im 14. Jahrhundert, sie sähen Gott in allem. Als die Pest ausbrach, kamen sie zum Schluss, Gott müsse sehr wütend sein, also fingen sie mit der Inquisition an. Theisten sprechen meist von lieblicheren Dingen, wenn sie das sagen, etwa von Kaninchen und Blumen. Atheisten sehen ebenfalls Schönheit in der Welt, aber wir müssen das keinem Gott zuschreiben. 

10) Luft kannst du auch nicht sehen, aber sie ist da, wie Gott
Das wird in muslimischen Grundschulen tatsächlich gelehrt. Tut mir leid, Kinder, aber wenn ihr gross werdet und noch immer die selben Argumente aus der Grundschule verwendet, dann heisst das, ihr habt keine Fortschritte gemacht. Wir können die Inhalte der Luft erfassen und messen. Wenn es ein Beweis für etwas ist, dass man dieses Etwas nicht sehen kann, dann gibt es da eine Brücke zwischen Seattle und Tokyo, die ich dir gern verkaufen würde.

Originaltext unter http://www.atheistrepublic.com/blog/lee-m/ten-stupid-things-theists-say

Keine Kommentare: