Samstag, 22. Oktober 2016

45: Manifest der göttlichen religiösen Intoleranz

Psalm 10, 16: "Der Herr ist König für immer und ewig, in seinem Land gehen die Heiden zugrunde."

Psalm 53, 2: "Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts und sind ein Greuel geworden in ihrem bösen Wesen; das ist keiner, der Gutes tut."

Psalm 79, 6: "Giess deinen Zorn aus über die Heiden, die dich nicht kennen, über jedes Reich, das deinen Namen nicht anruft."

Jesaja 60, 12: "Denn jedes Volk und jedes Reich, das dir nicht dient, geht zugrunde, die Völker werden völlig vernichtet."

1. Korinther 16, 22: "Wer den Herrn nicht liebt, der sei verflucht!"


Es gibt nicht wenige Leute, die behaupten, unsere Gesellschaft basiere auf "christlichen Werten". Schon das 1. Gebot widerlegt diese Aussage:

2. Mose 20, 3: "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben."

Religionsfreiheit ein christlicher Wert? Ich muss doch sehr bitten. Was hier passiert, ist das gängige Phänomen, dass Christen sich nur auf die von Jesus angeblich gepredigte Nächstenliebe konzentrieren und dann diese aufgeklärt-humanistisch interpretieren und alles, was in der Bibel damit in Konflikt steht, ignorieren. Wer tatsächlich denkt, der Bibelgott sei für Religionsfreiheit, der kann seine Bibel unmöglich gelesen und seine Religion unmöglich verstanden haben. Die Bibel erhebt den Anspruch, die einzige Wahrheit zu sein - umso merkwürdiger die Aussage, man solle keine anderen Götter haben, wenn es die ja gar nicht gibt. Wenn es die sehr wohl gibt, dann hat Gott kein Recht, Menschen umzubringen, weil sie denen nachfolgen. Aber genau das fordert er:

2. Mose 22, 19: "Wer anderen Göttern opfert außer dem Herrn, muss aus Israel ausgerottet werden."

Und das ist bei Weitem nicht die einzige Stelle, an der der Bibelgott seine religiöse Intoleranz zeigt - kein Wunder, wenn man monotheistische Ansprüche hat. Meine Recherche hat so einiges zutage gefördert, und ich lade Sie nun ein weiteres Mal ein, in die haarsträubenden Abgründe des grössten Bestsellers aller Zeiten einzutauchen, wonach Sie noch weniger verstehen werden, woher die Bibel ihren guten Ruf in der Gesellschaft hat. Viele modernen Christen interpretieren das 1. Gebot so, dass es weniger um andere Religionen, sondern eher um andere Dinge gehe, die einem wichtiger werden könnten als Gott, etwa Hobbies, Besitz, Beziehungen... Traurig, wenn man sein Leben damit verbringt, aufzupassen, dass einem nichts zu wichtig wird. Und dass das 1. Gebot damit überhaupt nichts zu tun hat, sondern eben wirklich nur ganz primitiv mit anderen Religionen, das zeigt die Bibellektüre mehr als eindeutig.

Altes Testament: Rigorose Ausrottung Andersgläubiger
5. Mose 17, 2-5: "Wenn unter dir (...)  jemand gefunden wird, Mann oder Weib, der da übel tut vor den Augen des HERRN, deines Gottes, daß er seinen Bund übertritt 3 und hingeht und dient andern Göttern und betet sie an, es sei Sonne oder Mond oder allerlei Heer des Himmels, was ich nicht geboten habe, (...)  5 so sollst du den Mann oder das Weib ausführen, die solches Übel getan haben, zu deinem Tor und sollst sie zu Tode steinigen. "

5. Mose 13, 7-11: "Wenn dich dein Bruder, der Sohn deiner Mutter, oder dein Sohn, oder deine Tochter oder deine Ehefrau, oder dein Freund, der dir [so lieb] wie deine Seele ist, heimlich anstiftet und sagt: »Laßt uns hingehen und anderen Göttern dienen!« – die du nicht gekannt hast, weder du noch deine Väter, 8 von den Göttern der Völker, die um euch her sind, sie seien nahe bei dir oder fern von dir, von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde –, 9 so sollst du nicht einwilligen und nicht auf ihn hören; du sollst ihn nicht verschonen, und du sollst kein Mitleid [mit ihm] haben, noch ihn verbergen, 10 sondern du sollst ihn unbedingt umbringen; deine Hand soll als erste an ihm sein, um ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen Volkes. 11 Man soll ihn zu Tode steinigen; denn er hat versucht, dich abzubringen von dem Herrn, deinem Gott, der dich aus dem Land Ägypten geführt hat, aus dem Haus der Knechtschaft. 12 Und ganz Israel soll es hören und sich fürchten, damit niemand mehr solch eine böse Tat in deiner Mitte tut!"

Wer hält nicht den Atem an, wenn er so etwas liest? Die Grausamkeit kennt kaum Grenzen in diesem abscheulichen Buch! Wie lautet die Anweisung für den Eroberungsfeldzug in Richtung gelobtes Land?

2. Mose 34, 12+13: "Hüte dich, daß du nicht einen Bund machest mit den Einwohnern des Landes, da du hineinkommst, daß sie dir nicht ein Fallstrick unter dir werden; 13 sondern ihre Altäre sollst du umstürzen und ihre Götzen zerbrechen und ihre Haine ausrotten."

Und nicht nur da:

5. Mose 12, 2+3: "Verstört alle Orte, da die Heiden, die ihr vertreiben werdet, ihren Göttern gedient haben, es sei auf hohen Bergen, auf Hügeln oder unter grünen Bäumen, 3 und reißt um ihre Altäre und zerbrecht ihre Säulen und verbrennt mit Feuer ihre Haine, und die Bilder ihrer Götter zerschlagt, und vertilgt ihren Namen aus demselben Ort."

Gott befiehlt, und seine Getreuen gehorchen ohne Zögern, wie es sich für gute Gläubige gehört:

2. Chronik 34, 1-6: "Josia, (...) tat, was dem HERRN wohl gefiel, (...) 3 Denn im achten Jahr seines Königreichs, da er noch jung war, fing er an zu suchen den Gott seines Vaters David, und im zwölften Jahr fing er an zu reinigen Juda und Jerusalem von den Höhen und Ascherabildern und Götzen und gegossenen Bildern 4 und ließ vor sich abbrechen die Altäre der Baalim, und die Sonnensäulen obendrauf hieb er ab, und die Ascherabilder und Götzen und gegossenen Bilder zerbrach er und machte sie zu Staub und streute sie auf die Gräber derer, die ihnen geopfert hatten, 5 und verbrannte die Gebeine der Priester auf ihren Altären und reinigte also Juda und Jerusalem, 6 dazu in den Städten Manasses, Ephraims, Simeons und bis an Naphthali in ihren Wüsten umher."

Gelegentlich greift der Alte, dessen Grausamkeit, wie Sam Harris verdeutlichte, selbst den bösartigsten Psychopathen erröten liesse, auch selbst auf kreative Weise zur Streitaxt gegen Andersgläubige:

2. Könige 17, 25+26: "Und da sie aber anhoben daselbst zu wohnen und den HERRN nicht fürchteten, sandte der HERR Löwen unter sie, die erwürgten sie. 26 Und sie ließen dem König von Assyrien sagen: Die Heiden, die du hast hergebracht und die Städte Samarias damit besetzt, wissen nichts von der Weise Gottes im Lande; darum hat der HERR Löwen unter sie gesandt, und siehe, dieselben töten sie, weil sie nicht wissen um die Weise Gottes im Lande."

Neues Testament: Same Story
Auch uneingedenk des Faktes, dass Christen sich an die Gesetze des alten Testaments halten müssen (Matthäus 5, 17-20 / Lukas 16, 17) ist die religiöse Intoleranz im neuen Testament weiterhin Programm. Jesus soll eindeutig gesagt haben, der Weg zu Gott führe ausschliesslich durch ihn (Johannes 14, 6), und wer nicht an ihn glaube, werde verdammt (Markus 16, 16) bzw. ins Feuer geworfen werden (Johannes 15, 6). In der Apostelgeschichte wird Herodes Agrippa von einem "Engel des Herrn geschlagen" und "von Würmern gefressen", weil er "Gott nicht die Ehre gab" (Apostelgeschichte 12, 23). Zur Intoleranz kommt eine groteske, verabscheuungswürdige Schmähkampagne. Paulus beginnt seinen Römerbrief gleich mit einer schamlosen Verleumdung Andersgläubiger:

Römer 1, 18-31: "Denn Gottes Zorn vom Himmel wird offenbart über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit aufhalten. (...) 28 Und gleichwie sie nicht geachtet haben, daß sie Gott erkenneten, hat sie Gott auch dahingegeben in verkehrten Sinn, zu tun, was nicht taugt, 29 voll alles Ungerechten, Hurerei, Schalkheit, Geizes, Bosheit, voll Neides, Mordes, Haders, List, giftig, Ohrenbläser, 30 Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hoffärtig, ruhmredig, Schädliche, den Eltern ungehorsam, 31 Unvernünftige, Treulose, Lieblose, unversöhnlich, unbarmherzig."

Und im unbekannten 2. Johannesbrief heisst es:

2. Johannes 1, 9-11: "Wer übertritt und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat keinen Gott; wer in der Lehre Christi bleibt, der hat beide, den Vater und den Sohn. 10 So jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, den nehmet nicht ins Haus und grüßet ihn auch nicht. 11 Denn wer ihn grüßt, der macht sich teilhaftig seiner bösen Werke."

Im NT tut sich in diesem Zusammenhang ein atemberaubender Skandal auf: Der Antisemitismus wird geboren. Jesus - selbst Jude - soll laut Johannesevangelium zu den Juden gesagt haben:

Johannes 8, 44-45: "Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun."

Bei Jesu Verurteilung folgt schliesslich die Passage, die den Antisemitismus begründete und letztlich die Menschen für Hitlers "Endlösung der Judenfrage" empfänglich machte:

Matthäus 27, 24+25: "Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffte, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten, sehet ihr zu! 25 Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder."

Man kann sich kaum vorstellen, dass die Juden dies tatsächlich unisono schrien, vielmehr sieht es nach einer Erfindung zur gezielten Verleumdung aus. Und das Beschimpfen der "Gottesmörder" wird im Verlauf des NT, des "Standardwerks der Liebe und Moral", immer und immer wieder voll blinden Hasses praktiziert:

Apostelgeschichte 5, 30: "Der Gott unsrer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr [Juden] an das Holz gehängt und getötet habt."

1. Thessalonicher 2,14-15: "[Die Juden] haben den Herrn Jesus getötet und die Propheten und haben uns verfolgt und gefallen Gott nicht und sind allen Menschen feind. 15 Und um das Maß ihrer Sünden allewege voll zu machen, wehren sie uns, den Heiden zu predigen zu ihrem Heil."

Titus 1, 10-16: "Denn es gibt viele Freche, unnütze Schwätzer und Verführer, besonders die aus den Juden, denen man das Maul stopfen muss, weil sie ganze Häuser verwirren und lehren. (...) Sie beteuern, Gott zu kennen, durch ihr Tun aber verleugnen sie ihn; es sind abscheuliche und unbelehrbare Menschen, die zu nichts Gutem taugen."

Jahrhundertelang wurden Juden verunglimpft, diskriminiert, schikaniert und schliesslich der Tötungsmaschinerie der Nazis zugeführt - alles stark begünstigt durch das "Wort Gottes".

Und wussten Sie schon, wie es den Ungläubigen laut Bibel am Ende der Zeit ergehen wird? Schon bevor sie in den "Feuerpfuhl" geworfen werden, geht's zur Sache. Hier nur ein kleiner Auszug:

Offenbarung 9, 3-6: "Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken hervor auf die Erde; und es wurde ihnen Macht gegeben, wie die Skorpione der Erde Macht haben. 4 Und es wurde ihnen gesagt, daß sie das Gras der Erde nicht schädigen sollten, auch nicht irgend etwas Grünes, noch irgend einen Baum, sondern nur die Menschen, welche das Siegel Gottes nicht an ihrer Stirne haben. 5 Und es wurde ihnen gegeben, sie nicht zu töten, sondern zu plagen fünf Monate lang. Und ihre Qual war wie die Qual von einem Skorpion, wenn er einen Menschen sticht. 6 Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und ihn nicht finden; sie werden begehren zu sterben, und der Tod wird von ihnen fliehen."

Fazit
Jesus Christus soll gesagt haben:

Matthäus 7, 17-19: "Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten. Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen."

Diese Passage könnte man in "Mein Kampf" einfügen, ohne dass es irgendjemandem auffallen würde. In der Bibel finden wir immer wieder unglaublich gefährliches Schwarz-Weiss-Denken, und dieses ist besonders krass, was Andersgläubige betrifft; diese werden dämonisiert, entmenschlicht, verteufelt, so, wie es immer getan wurde, wenn man die Ausrottung einer bestimmten Menschengruppe vorbereiten und dabei die Empathie der Menschen ausschalten wollte. Wer nicht an Jahwe glaubt, muss ausgerottet, diskriminiert, zum Schweigen gebracht und letzten Endes ewiglich gequält werden, denn er ist böse, taugt zu nichts Gutem und hat im Fall von Juden auch noch den Tod Jesu auf dem Gewissen (obwohl der ja laut Bibel nötig war, um die ganze "Gute Nachricht" überhaupt erst zu ermöglichen... *facepalm*). In der Bibel gibt es weder Respekt noch Toleranz für Anders- und Ungläubige, genausowenig wie eine Gleichstellung von Mann und Frau, das zeigt meine Recherche klar und deutlich.

Angesichts der primitiven, schamlosen Gewaltakte und Verleumdungen, die Andersgläubige in der Bibel erfahren, ist es wahrhaftig keine Überraschung, dass es Kreuzzüge, eine Inquisition und einen Holocaust geben konnte und dass Atheisten gerade unter Christen oft so einen schlechten Ruf haben, und man kann wirklich nur laut und herzlich lachen, wenn man Christen hört, die für eine Religion mit so einem Fundament Respekt verlangen und sich selbst bei der kleinsten Kritik persönlich beleidigt fühlen. Schön, dass so viele Christen diese Seite der Bibel nicht mehr ernst nehmen, aber sie gehört zu den fundamentalen Strukturen ihrer Religion, und das ist nicht wegzudiskutieren. Der Gott der Bibel wäre, gäbe es ihn, extrem eifersüchtig, ungerecht und blutrünstig und kann es partout nicht vertragen, dass sich ihm manche Leute nicht unterordnen bzw. nicht einmal davon überzeugt sind, dass es ihn gibt. Tja, Volker Dittmar bringt es auf den Punkt: "Wenn Gott will, dass wir an ihn glauben, dann hat er auch da versagt." Er hat nie und nimmer das Recht, so mit jemandem umzugehen, der sich ihm nicht unterwirft, und dass die Bibel nicht über dämliche tribalistische Ressentiments erhaben ist, verrät sie einmal mehr als pures Menschenwerk - zum Glück!

-Ihr Scrutator


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