Das ist der "Scrutator"


Jesaja 1, 19: "So kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der HERR."

Guten Tag. Es erfreut mich, dass Sie hier sind. Erlauben Sie mir, mich kurz vorzustellen. Mein Name ist Raphael Dorigo. Ich bin Schweizer, 23 Jahre alt, Student der angewandten Linguistik - und ich werde auf diesem Blog gegen die Bibel ermitteln.

"Um Gottes Willen, warum?!" Nun ja: Zunächst einmal liebe ich es, zu philosophieren und zu schreiben, und ich habe nach 23 Jahren vor Kurzem den Glauben an den biblischen Gott abgelegt (hier die Story). Das kostete mich viel und war schmerzhaft. Ich wuchs in einer christlichen Familie auf, und während meiner Zeit als aktiver Christ wirkte ich im Anbetungsteam mit, hörte und hielt viele Predigten und Inputs, las christliche Sachbücher, nahm an Konferenzen und Workshops teil, tauschte in Diskussionsgruppen mit anderen Gläubigen aus und lernte so den christlichen Kult gut kennen.

Mittlerweile habe ich erkannt, dass es keinerlei Gründe gibt, von der Existenz irgendwelcher Götter auszugehen. Ich habe also den Glauben daran abgelegt, dass meinem Leben "von oben" ein Sinn eingepflanzt wurde. Vielmehr sehe ich es nun so, dass man sich diesen Sinn wohl selbst zusammenbasteln muss. Eine neue Beschäftigung kommt nun hinzu: In diesem Blog will ich meinen Ausstieg aus dem Glauben verarbeiten und erklären sowie den Horizont von Gläubigen und Atheisten erweitern.

Ich habe mein ganzes bisheriges Leben lang zahllose Menschen getroffen, die sich noch immer an dieses alte Buch binden, die ihr Leben dem Versuch verschreiben, einen unbelegten unsichtbaren Zauberer zufriedenzustellen. Ich glaube, dass die Menschen eine Weltanschauung haben möchten, die möglichst mit der Realität übereinstimmt, und will ihnen die Möglichkeit geben, ihre Einbildung eines zugleich allmächtigen und allgütigen Gottes als solche zu erkennen. Ich wünsche mir, dass die Leute prüfen und das Gute behalten, wie es die Bibel selbst in 1. Thessalonicher 5, 21 vorschlägt. Ich wünsche mir, dass die Christen endlich die ganze Bibel kennen lernen können und sich trauen, alles darin in Frage zu stellen, wie sie es in so ziemlich jedem anderen Kontext auch tun würden, damit sie vielleicht eines Tages so wie ich das Korsett ablegen können, das ihnen ihr Buch auferlegt und das sie derzeit noch als Rüstung betrachten. Für weitere Ausführungen dazu, warum ich das hier tue, lesen Sie meinen Blogpost "Warum Religionskritik?". Um die Hauptgründe dafür nachzulesen, warum ich nicht (mehr) glaube, lesen Sie meinen Post "Warum ich kein Christ bin".

Bevor es losgeht, muss ich Folgendes klarstellen:

1 Ich behaupte nicht, ich wisse um die "einzige Wahrheit".
Ich bin agnostischer Atheist, und denke, dass das jede und jeder sein sollte (nicht muss) - ich weiss nicht, was letzlich genau "die Wahrheit" ist. Ich weiss nur, was sicher nicht als Wahrheit gelten kann, und das ist die Bibel.

2 Ich bin kein Christenhasser.
Ich war selbst Christ und weiss darum, dass Christen nicht per se dumm sind. Dies ist kein Ort für antireligiöse Wutausbrüche. Ich habe nicht vor, absichtlich beleidigend und respektlos gegenüber religiösen Menschen zu werden - ich kritisiere Vorstellungen und Überzeugungen, keine Personen (ja, diese Trennung ist verdammt schwer und zu einem gewissen Grad unmöglich). Es geht lediglich darum, kritisch über Problemstellen rund um die Bibel zu reden - nicht zum Spass oder aus Hass, sondern aus Liebe zur Wahrheit und zu den Menschen.

3 Ich bemühe mich um Differenziertheit.
Die Bibel und die christliche Religion werden hier nicht wie von Grund auf ausschliesslich falsche und schlechte Dinge behandelt, auch wenn der Fokus auf Kritik liegt. Ich schliesse es nicht kategorisch aus, dass die Bibel in einigen Punkten Recht haben könnte und anerkenne, dass viele Medaillen zwei Seiten haben.

So lasset denn die Ermittlungen gegen das Buch der Bücher beginnen. Es besteht Verdacht auf gross angelegte Täuschung. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.

-Ihr Scrutator

1 Kommentar:

FAN hat gesagt…

Find ich super! Weiter so!!
So wichtig, gerade in postfaktischen Zeiten, wie diese!